Die wichtigsten Arten von Lasttraversen.

Balken-, Spreiz-, C-, H- und Gabeltraverse: wie sie sich unterscheiden und wofür sie eingesetzt werden.

Lasttraversen werden eingesetzt, um Maschinen, Anlagen und andere schwere oder sperrige Lasten sicher mit einem Kran zu heben. Welche Traverse geeignet ist, hängt unter anderem von Gewicht, Abmessungen, Schwerpunkt, Anschlagpunkten und Lastgeometrie ab.

Grundlagen

Eine Lasttraverse ist ein Lastaufnahmemittel, das zwischen Kran und Last eingesetzt wird. Sie ermöglicht es, eine Last an einem oder mehreren definierten Punkten aufzunehmen und die beim Heben auftretenden Kräfte gezielt zu verteilen.

Besonders bei langen, breiten, empfindlichen oder geometrisch anspruchsvollen Bauteilen kann eine geeignete Traverse das sichere und kontrollierte Handling wesentlich erleichtern. Welche Bauform eingesetzt wird, sollte deshalb immer anhand der konkreten Last und des vorgesehenen Hebevorgangs beurteilt werden.

Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Entscheidend ist immer die konkrete Hebeaufgabe.

Vor der Auswahl sollten mindestens Gewicht und Abmessungen der Last, Schwerpunkt, vorhandene Anschlagpunkte, Lastgeometrie, benötigte Hubhöhe, Platzverhältnisse sowie der geplante Arbeitsablauf betrachtet werden. Gerade bei Maschinen und Sonderbauteilen kann eine kundenspezifische Traverse sinnvoller sein als eine Standardlösung.

Standardisierte Traversen eignen sich gut für wiederkehrende und vergleichbare Hebeaufgaben. Bei speziellen Maschinen, ungewöhnlichen Geometrien oder definierten Produktionsprozessen reicht eine Standardlösung jedoch nicht immer aus.

In solchen Fällen kann das Lastaufnahmemittel exakt auf die Anwendung konstruiert werden. Dabei werden beispielsweise Anschlagpunkte, Schwerpunkt, Abmessungen, verfügbare Bauhöhe und gewünschtes Handling bereits bei der Konstruktion berücksichtigt.

Bauformen

Die Balkentraverse gehört zu den häufigsten Traversenbauformen. Sie besteht im Wesentlichen aus einem horizontalen Tragkörper mit einer oberen Aufnahme für den Kran und mehreren möglichen Anschlagpunkten für die Last. Sie eignet sich besonders für lange oder kompakte Lasten, bei denen zwei oder mehrere Anschlagpunkte entlang einer Achse vorhanden sind.

Typische Anwendungen sind Maschinen und Maschinenbauteile, Stahlkonstruktionen, Träger, Rohre, Betonfertigteile sowie lange Anlagenkomponenten. Ein Vorteil ist die vergleichsweise einfache und robuste Konstruktion. Je nach Ausführung sind die Anschlagpunkte fix oder verstellbar, dadurch lässt sich eine Traverse teilweise für unterschiedliche Lastlängen verwenden.

Besonders geeignet für

lange und schmale Lasten, Maschinenbauteile, Träger sowie allgemeine Hebe- und Transportaufgaben.

Bei einer Spreiztraverse wird die Last über eine gespreizte Anschlaganordnung aufgenommen. Dadurch wird verhindert oder reduziert, dass Anschlagmittel die Last seitlich zusammendrücken. Das ist insbesondere bei langen, grossen oder empfindlichen Bauteilen interessant.

Spreiztraversen werden beispielsweise für Rohre, Behälter, lange Konstruktionen, Anlagenkomponenten oder empfindliche Bauteile eingesetzt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich grosse Abstände zwischen den Anschlagpunkten realisieren lassen.

Besonders geeignet für

lange oder empfindliche Lasten sowie Anwendungen, bei denen seitliche Kräfte auf die Last möglichst gering gehalten werden sollen.

Die C-Traverse ermöglicht die Aufnahme und das Einbringen von Lasten, wenn sich der Anschlagpunkt des Krans nicht direkt über der Last positionieren lässt. Typische Einsatzfälle sind das Einbringen von Lasten unter ein Vordach, durch eine Gebäudeöffnung oder in einen schwer zugänglichen Anlagenbereich.

Je nach Ausführung werden C-Traversen auch für Coils, Rollen oder ringförmige Bauteile eingesetzt. Dabei wird der untere Tragarm in die vorhandene Öffnung eingefahren und nimmt die Last von innen auf. C-Traversen werden individuell an Abmessungen, Gewicht, Schwerpunkt und Einbausituation angepasst.

Besonders geeignet für

das Einbringen von Lasten unter Vordächer, durch Öffnungen oder in Bereiche, in denen der Anschlagpunkt nicht direkt über der Last positioniert werden kann.

Eine H-Traverse besitzt mehrere voneinander entfernte Anschlagpunkte und eignet sich dadurch besonders für breite, flächige Lasten. Im Gegensatz zur Balkentraverse erfolgt die Lastaufnahme nicht nur entlang einer Linie. Die H-förmige Konstruktion ermöglicht beispielsweise eine Aufnahme an vier Punkten.

Das kann bei Maschinen, Rahmen, Behältern, Gestellen oder grossen Baugruppen entscheidend sein. Länge, Breite und Position der Anschlagpunkte werden bei kundenspezifischen H-Traversen auf das Bauteil abgestimmt.

Besonders geeignet für

Maschinen, Rahmen, Behälter, Grundgestelle und grosse Lasten mit mehreren Anschlagpunkten.

Bei der Gabeltraverse wird die Last nicht über Anschlagmittel von oben aufgenommen. Stattdessen greifen Gabeln beziehungsweise Tragarme unter oder in die Last. Das ist interessant, wenn an einem Bauteil keine geeigneten Anschlagpunkte vorhanden sind oder die Konstruktion eine Aufnahme von unten vorsieht.

Typische Anwendungen sind Kisten, Werkzeuge, Formen, Vorrichtungen und Bauteile aus Produktionsprozessen. Gabelabstand, Gabellänge und Tragfähigkeit werden auf die Last abgestimmt, dadurch eignen sich Gabeltraversen auch für wiederkehrende Handlingprozesse.

Besonders geeignet für

Maschinen, Behälter, Formen, Werkzeuge und Bauteile, die von unten aufgenommen werden sollen.

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Ihr Ansprechpartner

Andreas Fröhlich

Wissenswertes

Checkliste Lasttraverse (PDF)

Welche Angaben wir für die Auslegung einer Lasttraverse brauchen: Gewicht, Abmessungen, Schwerpunkt, Anschlagpunkte und Einsatzbedingungen. Wir schicken Ihnen das PDF per E-Mail.

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